SMART FOR… me?

SMART

Es ist schon ein paar Tage her, seit ich in Berlin die Weltpremiere des neuen SMART besucht habe. Als bekennende car2go-Begeisterte hat es mich besonders gefreut, bei der Enthüllung der zu erwartenden neuen Knutschkugel aus dem Hause Daimler dabei sein zu können. Denn natürlich wird car2go das neue Teilchen demnächst in seine Flotte aufnehmen und ich so in den Genuss kommen, es auch zu fahren.
Bisher hat es für mich keinen Impuls gegeben, einen SMART zu kaufen: In Hamburg steht an jeder Ecke ein Carsharing-SMART, den ich mir nehmen kann, und für die Familie ist er eben einfach sinnlos. Eigentlich.

Ich bin nicht in der Erwartung nach Berlin gefahren, dass Daimler das Rad neu erfunden hat. So ein Kleinstwagen ist vor allem eins: Kleinst. Bis auf ein Facelifting, erhöhte Sicherheit, vielleicht mehr Fahrspaß durch eine andere Motorisierung und einige neue interaktive Möglichkeiten und Assistenzsysteme bekommt man auf so kleinem Raum ja nun auch nicht viel unter. Vor allem hoffte ich tatsächlich, dass er ein wenig hübscher sein würde, als sein Vorgänger – was ja nicht allzu schwer sein sollte. Der bisherige Rollschuh ist alles andere, als chic.

Deshalb freute ich mich bereits über die verhüllten Konturen des Neuen vor dem Tempodrom: Auf den ersten Blick war erkennbar, dass er breiter ist und etwas mehr Schnauze hat – und somit der Silhouette eines ernstzunehmenden Autos etwas näher kommen wird. Für mich nicht nur ein Trenddetail: Es trägt durchaus auch zu meinem Sicherheitsgefühl bei, dieses Gefühl in einem ‚richtigen‘ Auto zu sitzen.

SMART 2014 - Weltpremiere
smart_crashtest_2014
Das mit dem Sicherheitsgefühl ist nämlich so eine Sache beim SMART. Das ist zwar ganz ok zu wissen, dass es zumindest die Chance gibt, bei einem Frontal-Crash mit einer S-Klasse lebend wieder raus krabbeln zu können. Meine Angst sitzt beim SMART aber im Nacken: Wer schon mal heftig bremsen musste und beim Blick in den Rückspiegel den herannahenden LKW hinter einem schon in Rücksitznähe wähnte, weiss, was ich meine.

Deshalb würde mich interessieren, ob es entsprechende Crashtests gegeben hat, und ob dabei vom SMART mehr übrig geblieben ist, als ein Toast Hawaii. In den Presse-Unterlagen finde ich nichts darüber.

Too overquirlt: Völlig aus dem Häuschen

Auf der Weltpremiere konnte der Besucher sich vor der Enthüllung des neuen Kleinen über die Doppelkupplungsautomatik twinamic, die ikonische tridion Sicherheitszelle, das FUN.ctional Design, die Real Life Safety und die irgendwie verloren wirkenden SMART eBikes informieren. Klang alles irgendwie total hipp so – und wirkte dabei sonderbar steril und blutleer. Und so bemüht jung und zeitgeistig.
Und auch wenn ich sowohl Dr. Dieter Zetsche, dem Vorsitzenden des Daimler-Vorstands, als auch der SMART-Leiterin Dr. Annette Winkler ihre aufrichtige Begeisterung tatsächlich abgenommen habe, so ermüdete die im Laufe der Präsentation geradezu überquirlende Eifrigkeit nicht nur mich. Und auch die gesamte Präsentation war etwas superbunt und – lang. Ich hab sie mal kurz hier zusammengefasst 😉

SMART twinamic

Er ist SMART

car2go
Da steht er nun, der neue SMARTie. Und – ich mag ihn! Ein kompakter kleiner, immer frech lächelnder Kraftprotz mit deutlich erkennbarem Profil. Und er hat Grübchen! Nun hoffe ich, dass er zuerst nach Hamburg kommen wird und ich ihn bald via car2go ausgiebig fahren kann. Auch wenn die Innenausstattung bei den Carsharing-Versionen sicher nicht so opulent ausfallen wird, wie bei den auf der Premiere vorgestellten proxy-Versionen. Doch ich bin glücklich: ‚Meine‘ Fortbewegungsflotte wird demnächst um den kleinen Smarten reicher werden.

Er ist nicht sexy

passion, prime und proxy sind die neuen Ausstattungslinien, durch die der Kunde die Möglichkeit bekommen soll, seinen SMART individuell zu gestalten. Dem Innovationsblogger Robert Basic reicht das nicht. In einem Artikel äußert er sich enttäuscht über den mangelnden Mut der Böblinger, denn die SMART-Studien von 2012 und 2013 haben ihn auf viel mehr Individualisierbarkeit hoffen lassen. Durch seinen Artikel bin auch ich neugierig geworden und stöbere im Daimler-Media-Archiv nach besagten Studien. Und verliebe mich spontan in die Pick-Up-Version. Gepaart mit der Idee des täglich möglichen Style-Wechsels wäre das der ideale Zweitwagen für unsere Familie – unsere ganze Familie.
smart for us

Einen für Mama, einen fürs Kind…

Verzückt male ich mir aus, wie ich die Außenverkleidung unseres Micro-Pick-Ups nach Laune, Wetterlage und passend zur Klamotte austausche und sich an den Wänden unserer Garage wie in einem Kleiderschrank die Outfits mehren. Bei Pinterest würde ich mit Freundinnen smarte Inspiration sammeln und in Facebook-Gruppen über DIY-Designs und Gestaltungsmöglichkeiten diskutieren.

Ich könnte damit – so es eine Abdeckung gäbe – bequem alleine einkaufen fahren, was immer wirtschaftlicher ist: Wenn die Söhne mitkommen, wird es immer teurer beim Shoppen.

Die würden meine Designs übrigens alle schrecklich finden und deshalb zum Gegenschlag ausholen: Sie würden meine aus der Mode gekommenen oder zerkratzten Außenverkleidungen mit Camouflage und Graffittis verschönern und darauf bestehen, dass diese angelegt werden, wenn sie irgendwo hin chauffiert werden möchten, samt BMX und Computer.
Überhaupt, Söhne, Führerschein: Kann es ein cooleres Erstgefährt geben? Gut zu fahren, flott aber kein Selbstmörderauto, individuell gestaltbar, mit Platz für BMX, Zelt und Freundin – Perfekt.

Da geht noch was, Daimler

Ja, ich freue mich über den neuen SMART, habe ich doch gar nicht mehr erwartet und erhofft: Er sieht chic aus, man darf ihn endlich ohne abrupte Schaukelei selbst schalten, und eine Steckdose soll er auch irgendwann bekommen.

Die Idee mit der SMART-Kleiderschrank für den Pick Up lässt mich allerdings jetzt nicht mehr los, und wenn es sowas gäbe, wäre ich schwer von einer Anschaffung abzuhalten. Mein Großer macht in drei Jahren seinen Führerschein, solange habt Ihr noch Zeit, Daimler 😉

PS: Eine Freundin hätte gern den Stoff der „SMART-Garage“ für ein Tragetuch für ihr Jüngstes, eine andere für ein Kleid. Falls Ihr davon etwas übrig haben solltet, leite ich ihn gerne weiter… 😀

Weiterführende Links

Bunte hippe offizielle SMART Seite.

Stimmungsvolle Fotos vom Event und vom neuen SMART von Teymur Madjderey.

Smart Special direkt von der Weltpremiere von Bjoern Habegger, Mein Autoblog.

Und er widerspricht Robert Basic: Man muss wirtschaftlich denken.

Erster Blick von Thomas Geiger, WELT, auf den Neuen.

Konfigurator für den alten SMART for two.

 

Videos

Offizielles Daimler-Video von der Weltpremiere.

Crashtest SMART vs S-Klasse (Daimler)

Probefahrt im Erlkönig des SMART for two und eine genauerer Blick auch auf den SMART for four nach der Weltpremiere von ausfahrt.tv.


Foto vom Crashtest: Daimler

Illustration Pick Up: Daimler

Posted on 25. Juli 2014 in Communication, Mobilität, Reportage

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About the Author

Sandra Schink schreibt, bloggt und fotografiert seit 1990 für Redaktionen, Agenturen, Theater und Veranstalter. Für Unternehmen erstellt sie Konzepte für Blogs, setzt sie um, gestaltet sie und füllt sie mit Inhalten in Wort und Bild. Sie dolmetscht zwischen Kunden und Nerds, Journalisten und Bloggern. Zudem testet sie Produkte, Services, Mobilitätskonzepte und alternative Reisen auf Alltags- und Familientauglichkeit. Vita

Response (1)

  1. […] Mal kein Auto-Blogger: Sandra Schink über ihre Eindrücke von der smart-Präsentation […]

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